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12 min"Elia Acheri"

"Leseprobe: Die Herzschlaege, die ich dir gestohlen habe — Kapitel 1"

"Lies Kapitel 1 dieser intensiven Dark Romance kostenlos. Leonie verbirgt ein Geheimnis, das einen Unschuldigen zerstoert. Tauche ein."

LeseprobeBand 1Die Herzschlaege die ich dir gestohlen habeDark Romance
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Kapitel 1 — Leonie

Das Hupen zerriss die Stille der Bibliothek.

Drei Sekunden. Vielleicht weniger. Ein gewoehnliches Geraeusch, banal — ein ungeduldiger Autofahrer auf der Strasse unten, nichts weiter. Fuer jeden anderen in diesem Saal war es nichts. Ein urbanes Hintergrundgeraeusch, sofort vergessen.

Fuer mich war es der Ausloeser.

Mein Herz raste. Nicht wie eine poetische Metapher aus einem Roman — wie eine brutale, viszerale, physiologische Realitaet, ein Organ, das jede Kontrolle verlor, das so heftig schlug, dass es in meinen Schlaefen pochte, in meiner Kehle, in meinen Handgelenken. Das Blut schoss mir ins Gesicht mit einer fast schmerzhaften Wucht. Mein Blickfeld verengte sich, als wuerde jemand langsam einen Tunnel um meine Augen zuziehen.

Nein. Nicht jetzt. Nicht hier.

Seit zwanzig Minuten starrte ich auf dieselbe Seite meines Lehrbuchs fuer Zivilrecht, vielleicht laenger. Die Woerter tanzten vor meinen Augen und weigerten sich hartnaeckig, einen Sinn zu ergeben. Einfuehrung in das Schuldrecht. Der Vertrag ist eine Willensuebereinstimmung zwischen zwei oder mehreren Personen, die darauf gerichtet ist, Schuldverhaeltnisse zu begruenden, zu aendern, zu uebertragen oder aufzuheben. Zehnmal hatte ich diesen Satz gelesen. Er glitt ueber mein Bewusstsein wie Wasser ueber eine Fensterscheibe, ohne die geringste Spur zu hinterlassen.

Um mich herum summte die Universitaetsbibliothek der Lyon-III vor ihrer gewohnten Betriebsamkeit. Das gleichmaessige Rascheln umgeblaetterter Seiten. Das Klicken der Laptop-Tastaturen. Gedaempftes Fluestern zwischen Studenten, manchmal ein schnell unterdruecktes Lachen. Der Geruch alter Buecher — dieses Parfum aus vergilbtem Papier und Ledereinbaenden — vermischte sich mit dem eines Schmuggelkaffees, den jemand trotz des Verbots hereingebracht hatte. Durch die grossen Fenster im zweiten Stock warf das schwindende Licht dieses spaeten Novembernachmittags goldene Rechtecke auf die abgenutzten Holztische.

Alles war normal. Alles war vollkommen, hoffnungslos normal.

Ausser mir.

Unter dem Tisch ballte ich die Faeuste, grub meine Naegel in die Handflaechen bis an die Grenze des Schmerzes. Eine Technik, die ich mir im Lauf der Monate angeeignet hatte — dieser leichte, kontrollierte Schmerz, der mich in die Gegenwart zurueckholte, wenn mein Geist begann, in dunklere Gewaesser abzudriften. Aber heute reichte es nicht. Das Hupen hallte noch immer in meinem Kopf nach, lange nachdem es in der Realitaet verstummt war. Es legte sich ueber ein anderes Hupen, das von jener Nacht, das endlos durch meine Albtraeume schrie.

Die Scheinwerfer im Rueckspiegel. Der schwarze Audi, der naeherkam, immer naeher. Die Strasse, die viel zu schnell unter unseren Raedern dahinraste, die Baeume, die nur noch verschwommene Schatten zu beiden Seiten waren. Yanns Schrei —

Stopp. Zaehl etwas. Irgendwas.

Die Deckenplatten. Eins, zwei, drei ... Leicht hob ich den Blick und zaehlte weiter. Siebzehn, achtzehn ... siebenundzwanzig. Die Lampen ueber den Tischen. Acht. Die Personen, die ich von meinem Platz aus sehen konnte. Elf — nein, zwoelf, jemand hatte sich gerade ans Fenster gesetzt. Die Risse in der gegenueberliegenden Wand, dort, wo der Putz abzubroeckeln begann. Sieben.

Die Zahlen beruhigten mich normalerweise. Sie verwandelten das Chaos in Daten, den Schwindel in Arithmetik. Es war meine Art zu ueberleben, seit zwanzig Monaten. Zwanzig Monate, drei Wochen und vier Tage, um genau zu sein. Seit alles gekippt war, in jener Nacht des fuenfzehnten Maerz, als mein Leben auf einer Landstrasse zerbrochen war.

Aber heute reichten die Zahlen nicht.

Ich stand so abrupt auf, dass mein Stuhl mit einem schrillen Quietschen ueber den Boden schrammte. Ein paar Koepfe drehten sich zu mir — eher zu spueren als zu sehen, diese neugierigen oder genervten Blicke, diese Augen, die urteilten, ohne es auch nur zu wissen. Die Jurastudentin, die nicht stillsitzen konnte. Das seltsame Maedchen, das mehr Zeit auf der Toilette verbrachte als beim Lernen.

Ich murmelte eine Entschuldigung — „Entschuldigung, Verzeihung" — und griff nach meiner Tasche mit einer Hand, die leicht zitterte. Niemand bemerkte es, oder zumindest tat niemand so, als bemerke er es.

Die Toiletten. Die Toiletten erreichen.

Es war ein konditionierter Reflex geworden, fast pawlowsch. Jeden neuen Ort, den ich aufsuchte, kartografierte ich gleich bei der Ankunft im Kopf: die Notausgaenge, die ruhigen Ecken, die Zufluchtsorte, an denen ich zusammenbrechen konnte, geschuetzt vor fremden Blicken. Die Bibliothek der Lyon-III kannte ich inzwischen auswendig. Toiletten im Erdgeschoss: zu stark frequentiert. Toiletten im ersten Stock: in der Naehe des Aufsichtsbueros, Gefahr, gestoert zu werden. Toiletten im zweiten Stock, am Ende des Flurs bei den Archiven: perfekt. Selten benutzt, oft leer.

Mein Zufluchtsort.

Ich durchquerte den Lesesaal mit einem Schritt, der hoffentlich normal wirkte, gemessen, waehrend alles in mir danach schrie zu rennen. Die Regalreihen glitten zu beiden Seiten an mir vorbei, diese grossen hoelzernen Waechter, beladen mit Buechern, die sich zu neigen schienen, naeherzuruecken, den Raum zu verengen. Mein peripheres Blickfeld verschwamm immer staerker. Der Boden schwankte leicht unter meinen Fuessen — oder vielleicht war ich es, die schwankte.

Atme. Geh. Du bist fast da.

Der Flur. Die Tuer mit dem Frauenpiktogramm. Ich drueckte sie mit feuchter Hand auf.

Kontrollierte automatisch die Kabinen. Eins, zwei, drei. Alle leer. Gott sei Dank, alle leer.

Ich klammerte mich an das weisse Porzellanwaschbecken, meine Finger krallten sich um den kalten Rand. Mein Spiegelbild starrte mich an aus dem Spiegel darueber — ein dreiundwanzigjaehriges Maedchen mit zu grossen Augen, lila umschattet, mit zu blassen Wangen trotz des Blutes, das unter der Haut pochte, mit kastanienbraunem Haar, das sich aus dem aufgeloesten Knoten loeste. Ein Maedchen, das aussah, als stuende es kurz vor dem Ertrinken.

Atme. Atme.

Aber meine Lungen weigerten sich zu kooperieren. Sie zogen sich zusammen, verengten sich, unfaehig, genug Luft aufzunehmen. Jedes Einatmen eine verlorene Schlacht, jedes Ausatmen ein nichtiger Sieg, sofort zunichtegemacht vom naechsten.

Die Hyperventilation. Die Symptome kannte ich auswendig: beschleunigter Herzschlag, Erstickungsgefuehl, Kribbeln in den Fingerspitzen, Schwindel, Uebelkeit. Mein Koerper, der sich auf die Flucht vor einer Gefahr vorbereitete, die nicht existierte — oder vielmehr nicht mehr existierte. Ein Phantom einer Gefahr, gefangen in meinem Gedaechtnis.

Meine Beine gaben nach.

Ploetzlich sass ich auf dem Boden, den Ruecken gegen die geflieste Wand gelehnt, die Knie an die Brust gezogen. Die Fliesen waren kalt unter meinen Handflaechen — diese eisige, harte Empfindung, die mich an die Wirklichkeit band, waehrend alles andere zusammenbrach. Meine Finger suchten die Fugen zwischen den Fliesen, klammerten sich daran wie an eine letzte Gewissheit in einer Welt, die gerade aus den Angeln gehoben wurde.

Das ist nur eine Panikattacke. Du hattest Dutzende davon. Hunderte vielleicht. Du weisst, wie das funktioniert. Du weisst, dass es vorbeigeht. Es geht immer vorbei.

Aber die Stimme der Vernunft war so leise, so weit entfernt, ertraenkt vom Rauschen des Blutes in meinen Ohren, vom Haemmern meines rasenden Herzens, von den Bildern, die heranfluteten, trotz aller Anstrengung, sie zurueckzudraengen.

Die Strasse. Die Nacht. Die absolute Dunkelheit, kaum durchbrochen von unseren Scheinwerfern. Die Baeume, die vorbeizogen, schwarze Gespenster zu beiden Seiten. Und hinter uns, immer hinter uns, die Scheinwerfer des schwarzen Audi, die naeherkamen.

Yanns Augen im Rueckspiegel. Sein Blick — dieses blanke Entsetzen, das ich nie zuvor bei ihm gesehen hatte, bei ihm, der vor nichts Angst hatte, der immer lachte, selbst in den schlimmsten Situationen. In jener Nacht hatte er Angst gehabt. Zum ersten Mal, seit ich ihn kannte, stand die Angst in seinen Augen.

„Halt dich fest, Leo. Halt dich fest."

Seine Stimme. So klar wie gestern. Diese Stimme, die versuchte, ruhig zu bleiben, die trotzdem zitterte.

Das Kreischen der Reifen auf nassem Asphalt. Der Geruch von verbranntem Gummi, der den Innenraum fuellte. Das Lenkrad, das seinen Haenden entglitt, das Heck des Wagens, das ausbrach, dieses entsetzliche Gefuehl des Rutschens, der voelligen Ohnmacht.

Und dann der Aufprall.

Dieses Geraeusch, das ich niemals vergessen wuerde. Das Metall, das sich faltete, das Glas, das zersplitterte, der Schlag, der den ganzen Koerper durchfuhr wie eine Druckwelle.

Und dann die Stille. Diese furchtbare, ohrenbetaeubende Stille nach dem Aufprall. Diese Stille, in der mir klar war, noch bevor ich die Augen oeffnete, dass etwas Unwiderrufliches geschehen war.

Ein Schluchzer entfuhr mir und zerriss die Stille der Toiletten. Meine Hand presste sich auf den Mund, um die Laute zu ersticken, die aufstiegen, unkontrollierbar, sich mischend mit meinem hektischen Atem zu einer Symphonie der Verzweiflung.

Yann.

Sein Name durchfuhr meinen Geist wie eine gluehende Klinge, und der Schmerz war so scharf, dass ich mich zusammenkruemmte, die Stirn gegen die Knie gepresst. Yann. Mein bester Freund seit der Oberstufe. Mein Herzensbruder. Derjenige, der mich zum Lachen brachte, wenn alles schiefging, der immer die richtigen Worte fand, der mich so oft in seinen Armen gehalten hatte, wenn die Welt zu viel war.

Yann, der dreiundzwanzig war und das ganze Leben vor sich hatte.

Yann, der Tierarzt werden wollte, der streunende Hunde liebte und verlorene Sachen.

Yann, der nicht mehr da war.

Yann, der nie mehr da sein wuerde.

Meinetwegen.

Ich zaehlte die Fliesen unter meinen Fingern. Eins, zwei, drei ... zwoelf. Dann die Risse in der Decke. Vier. Dann meine eigenen Atemzuege, einen nach dem anderen, bis die Zahlen die Panik ersetzten, bis die Arithmetik die Erinnerungen erstickte.

Wie lange ich so zusammengekauert auf dem kalten Boden der Toiletten lag, wusste ich nicht. Lange genug, dass meine Traenen versiegten und salzige Spuren auf meinen Wangen hinterliessen. Lange genug, dass mein Atem einen halbwegs normalen Rhythmus wiederfand. Lange genug, dass sich die Scham unter die Erleichterung mischte — diese vertraute Scham, wieder zusammengebrochen zu sein, wieder dieses gebrochene Maedchen zu sein, das nicht einmal eine simple Hupe ertragen konnte.

Mein Handy vibrierte in der Tasche meiner Jeans.

Mit noch immer zitternder Hand zog ich es heraus. Auf dem Display stand eine Nachricht von Camille.

16:23: Ich komme dich holen. Bleib, wo du bist.

Woher wusste sie das? Sie wusste es immer. Etwas in der Art, wie ich den Saal verlassen hatte, vielleicht. Oder einfach diese Verbindung zwischen uns, geschmiedet durch Jahre der Freundschaft und diese letzten zwanzig Monate geteilter Geheimnisse.

Mit ungeschickter Hand tippte ich eine Antwort: Toiletten 2. Stock. Mir geht's gut.

Die abgegriffenste Luege meines Repertoires. Ich wiederholte sie so oft, dass sie fast jeden Sinn verloren hatte.


Camille fand mich fuenf Minuten spaeter.

Sie drueckte die Toilettentuer auf, ohne zu klopfen, ihr Blick ueberflog rasch den Raum, bevor er mich fand. Immer noch am Boden sitzend, den Ruecken gegen die Wand, die Arme um meine Knie geschlungen.

Sie sagte nichts. Sie stellte keine ueberfluessigen Fragen. Sie setzte sich einfach neben mich, ihre Schulter an meiner, ihre Gegenwart warm und fest wie ein Anker im Sturm. Im grellen Neonlicht leuchtete ihr rotes Haar, der einzige Farbtupfer in diesem weissen, kalten Raum.

Die Stille dehnte sich zwischen uns, aber es war keine drueckende Stille. Es war eine Stille des Einverstaendnisses, des Verstehens. Die Stille von jemandem, der deinen Schmerz kennt, ohne dass man ihn erklaeren muss.

„Eine Hupe", fluesterte ich schliesslich. „Bloss eine dumme Hupe auf der Strasse."

„Ich weiss."

„Es ist so erbaermlich."

„Es ist nicht erbaermlich."

Sie sagte es jedes Mal, mit derselben ruhigen Ueberzeugung. Und jedes Mal glaubte ich ihr nicht.

Draussen, auf dem Flur, hallten Schritte. Gedaempfte Stimmen. Das normale Leben, das weiterging, gleichgueltig gegenueber meiner Verzweiflung, wie es immer weiterging.

„So kann es nicht weitergehen", sagte Camille nach einer Weile. Ihre Stimme war sanft, aber bestimmt. „Das weisst du, Leo."

„Ich weiss."

„Es sind zwanzig Monate. Fast zwei Jahre."

„Ich weiss."

„Die Anfaelle kommen immer oefter. Du schlaefst nicht mehr. Wie viele Kilo hast du seit September verloren? Fuenf? Sechs?"

Keine Antwort. Sie hatte recht, in allem. Aber recht zu haben aenderte nichts.

„Dann tu etwas", draengte sie. „Irgendetwas. Aber tu etwas."

Meine Augen schlossen sich. Weil „etwas tun" bedeutete zu reden. Wirklich zu reden. Und reden bedeutete preiszugeben, was ich seit zwanzig Monaten verbarg. Die Wahrheit ueber jene Nacht. Ueber den Unfall. Ueber das, was ich noch niemandem gesagt hatte.

Ueber Mathis.

Ueber den unschuldigen Mann, der im Gefaengnis sass fuer ein Verbrechen, das er nicht begangen hatte.

Wegen meines Schweigens.

„Ich habe eine Idee", sagte Camille und durchbrach den Faden meiner Gedanken. „Komm mit mir nach Riviere-Azur. In den Fruehlingsferien. Zu meinen Eltern."

Riviere-Azur. Ihr Heimatdorf, irgendwo verloren in den Huegeln des Suedostens, zwischen Valence und den ersten Auslaeufern der Alpen. Sie erzaehlte oft davon — der Fluss, der sich zwischen Steinhaeusern hindurchschlaengelte, die Weinberge an den Haengen, die Stille der Naechte ohne Lichtverschmutzung.

„Weg von Lyon", fuhr sie fort. „Weg von der Uni, den Pruefungen, von ... von allem, was dich erinnert."

Sie beendete den Satz nicht. Das war nicht noetig. Wir wussten beide, was sie meinte.

Weg von ihm. Weg von Mathis.

Auch wenn Mathis im Gefaengnis sass, auch wenn er mich physisch nicht mehr erreichen konnte — seine Gegenwart verfolgte jede Ecke dieser Stadt. Das Cafe, in dem wir uns kennengelernt hatten. Die Wohnung, die wir zwei Jahre lang geteilt hatten. Die Strassen, die wir gemeinsam entlanggelaufen waren, als ich noch an das Glueck glaubte, bevor ich das Monster unter der Maske des Maerchenprinzen entdeckte.

„Ich kann nicht ewig weglaufen", fluesterte ich.

„Das ist kein Weglaufen. Es ist Luft holen. Es ist sich entfernen, um klarer zu sehen, klarer zu denken. Du hast das Recht, dir das zu goennen."

Meine Augen oeffneten sich, und im Spiegel ueber dem Waschbecken fing mich mein Spiegelbild auf. Dieses Maedchen, das in zwanzig Monaten so viel verloren hatte — seinen besten Freund, seine Unschuld, die Faehigkeit, eine einzige Nacht durchzuschlafen, ohne schreiend aufzuwachen. Dieses Maedchen, das ein Geheimnis trug, zu schwer fuer seine Schultern.

Aber dieses Maedchen war noch da. Noch aufrecht. Selbst zusammengekauert auf den kalten Fliesen einer Universitaetsbibliothek.

„Einverstanden", sagte ich.

Das Wort war heraus, bevor ich es zurueckhalten konnte, bevor ich es abwaegen, bereuen konnte.

„Einverstanden?", wiederholte Camille, die Augen weit vor Ueberraschung.

„Einverstanden. Ich komme mit. Nach Riviere-Azur."

Das Laecheln, das ihr Gesicht erhellte, war den Preis des Zugestaendnisses fast wert. Sie nahm mich in die Arme, fest, als haette sie Angst, ich wuerde es mir anders ueberlegen — und vielleicht hatte sie recht, Angst zu haben.

Denn in dieser Nacht, als ich in meiner kleinen Einzimmerwohnung in der Guillotiere einschlief, kam derselbe Albtraum wie immer. Die Strasse. Die Scheinwerfer. Yanns Schrei.

Und das Gesicht von Mathis im Rueckspiegel des schwarzen Audi.

Dieses Gesicht, das ich noch niemandem beschrieben hatte.

Dieses Gesicht, das mich seit zwanzig Monaten zum Schweigen verurteilte.


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